As BRAVE as Murhabazi

#DrawALine – Jugendaktionswoche zu Kindersoldat_innen in der DR Kongo

Seit mehr als 20 Jahren setzt sich Murhabazi Namegabe in der Demokratischen Republik Kongo für ehemalige Kindersoldat_innen und Mädchen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, ein. Er ist seit 1997 Direktor des »Freiwilligenbüros für Kinder und Gesundheit« (BVES). Über 350 Freiwillige und Angestellte arbeiten in fünf Betreuungszentren in Nord-und Südkivu im Osten des Landes. Die Kinder und Jugendlichen werden hier medizinisch und psychologisch behandelt. Sie bekommen eine schulische Ausbildung und erlernen einfache Tätigkeiten, bevor sie wieder in ihre Familien eingegliedert werden. BVES gelingt es, 85% der Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen. Murhabazi betreibt auch Lobbyarbeit gegenüber der lokalen und der nationalen Regierung. So gelang es, den Einsatz von Kindersoldat_innen in der kongolesischen Armee zu verbieten und das Alter der Volljährigkeit von 12 Jahren für Mädchen und 14 Jahren für Jungen auf 18 heraufzusetzen. In der Folge sind die Zahlen von Kindersoldat_innen drastisch gesunken. Die in jüngster Zeit aufgeflammten Konflikte durch die verschärfte politische Krise in den vergangenen zwei Jahren haben jedoch wieder zu einem Anstieg der Rekrutierung von Kindern geführt. BVES schätzt, dass derzeit im Kongo 13.000 Kinder als Soldat_innen oder Sexsklav_innen eingesetzt werden. Da Murhabazi und die Mitarbeitenden von BVES Zeugen von Kriegsverbrechen durch bewaffnete Gruppierungen und Militärangehörige an Kindern sind, werden sie stetig unter Druck gesetzt und erhalten täglich Drohungen. Die Sicherheitssituation ist äußerst prekär. Allein im Jahr 2017 gab es sieben Anschläge auf Zentren von BVES und drei Entführungen von Kindern. Murhabazi ist gezwungen, seine Aufenthaltsorte beständig zu wechseln, um nicht Opfer von Angriffen zu werden. In der Demokratischen Republik Kongo finden seit Dezember 2016 vermehrt Proteste statt, um den Unmut über das Verbleiben des Präsidenten Joseph Kabila im Amt zu äußern. Seine reguläre Amtszeit endete am 19. Dezember 2016. Wahlen fanden seitdem immer noch nicht statt. Die Regierung geht mit exzessiver Gewalt gegen die friedlichen Proteste vor. Oppositionelle, Aktivist_innen und Journalist_innen werden als Regierungsgegner betrachtet und willkürlich verhaftet. Die Regierung hat außerdem ein NGO- Gesetz im Parlament eingebracht, dass der Regierung weitgehende Kontrollrechte über NGOs sichern und dem Justizminister die Möglichkeit geben würde, NGOs bei Kritik an der Regierung zu schließen. Der Einsatz von Polizei- und Militär zur Unterdrückung von Protesten führt zu einem Sicherheitsvakuum in Konfliktregionen wie Nord-und Südkivu im Ostkongo und ermöglicht dadurch ein Wiedererstarken bewaffneter Gruppierungen. So wächst der Druck auf Menschenrechtsverteidiger_innen wie Murhabazi durch Repressionen der Regierung einerseits und die erstarkenden bewaffneten Gruppierungen andererseits.

Auf der Website des »Freiwilligenbüros für Kinder und Gesundheit« (BVES) findest du weitere Informationen über das Projekt und die Arbeit von Murhabazi Namegabe:

http://www.bves-rdc.org/PresentationEn.htm

Es gibt außerdem eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie du das Projekt durch aktiven Einsatz vor Ort oder kleine Spenden selbst unterstützen kannst. Diese findest du hier aufgelistet:

http://www.bves-rdc.org/NousAiderEn.htm

Die Amnesty International Kampagne BRAVE setzt sich für Menschenrechtsverteidiger_innen auf der ganzen Welt ein. Tag für Tag engagieren sich Menschen wie Murhabazi Namegabe weltweit für ihre Rechte und für die Rechte Anderer und kämpfen damit für die Interessen von uns allen. Es sind Studierende, mutige Frauen, Journalist_innen und viele mehr, die sich gegen Folter, Vertreibung, Landraub, Umweltzerstörung, Diskriminierung und viele andere Themenstark machen. Doch wir erleben weltweit einen erschreckenden Trend: In vielen Ländern werden Menschen, die sich für Menschenrechte einsetzen, zunehmend diffamiert, überwacht, bedroht, durch repressive Gesetze an ihrer Arbeit gehindert, manchmal sogar wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte ermordet.

Hier kannst du dich über die globale Amnesty International Kampagne BRAVE informieren:

https://www.amnesty.org/en/get-involved/brave/

Durch das Unterschreiben unserer Petition im Rahmen der Jugendaktionswoche zu Kindersoldat_innen in der DR Kongo kannst du direkt deinen Beitrag zum Schutz der Kinder in der DR Kongo leisten: Petitionsliste_Kongo_April_2018_web